Zwei Beine waren gelockert, das Furnier an der Schubladenfront hob sich. Nach der Trockensitzprobe stabilisierten wir die Zapfen, pressten das Furnier warm an und glichen die Schellackfläche mit dünnen Politurgängen aus. Heute steht sie im Flur, hält Schlüssel und Tücher und erinnert beim Vorbeigehen still an vertraute Hände.
Unter dickem Kunstharzlack verbarg sich ein ruhiges Nussbaumfurnier. Mit Geduld, Spiritus und Ziehklinge lösten wir die Schichten, schlossen winzige Ausbrüche und polierten seidenmatt. Der Schreibtisch dient nun als kreativer Arbeitsplatz, bietet klare Ordnung und zeigt, wie kluge Zurückhaltung überraschende Schönheit freilegen kann, ohne Effekthascherei zu betreiben.